» Brillant - erst der Schliff macht aus einem Naturwunder ein Meisterwerk
Als der Diamant in Europa auftauchte, begann auch die grosse Zeit des Schleifens. Die Berufsgattung "Diamantslyer" entstand ca. 1460 in Brügge.
Die Stadt Antwerpen entwickelte sich hier zur absoluten Hochburg für Diamantenverkauf. Um 1610 waren in Antwerpen ca. 160 Diamantenschleifer ansässig. Um 1650 sprach vom bereits vom Brillantschliff. Die Kunst des Diamantenschleifens ist, möglichst viele Lichreflexionen dem Stein zu entlocken. Diese Lichtreflexionen machen diese Stein so faszinieren. Die höchste Kunst des Schleifens ist der 57 Facetten-Schliff.
Hier taucht auch wieder der Name "Regent" auf; 1710 wurde dieser geschliffen (1700 wurde er in Indien gefunden). Dieser Stein ging in die Geschichte ein und ist weltberühmt.
Auch der Koh-i-noor wurde 1853 durch gekonntes Schleifen in einen 108,92 carätigen Diamant umgewandelt wurde. Heute ist der Stein in Besitz der englischen Königin, er schmückt ihre Krone.
Auch ein bekannter Stein ist Orloff, dieser soll aus dem Auge eines Standbildes vom Gott Brahma stammen. Über Amsterdam gelang der Stein in den Besitz von Katharina II. Heute liegt der Stein in der Schatzkammer des Kremls.
Den bisher größten Stein fand man 1905 in der südafrikanischen Premier-Mine, den berühmten Cullinan. Dieser Diamant wog 3.106 Karat als Rohstein. Herr Josef Ascher spaltete ihn 1907 in der holländischen Stadt Amsterdam und schlief daraus 9 große und 96 kleinere Brillanten mit insgesamt 1.063,70 Karat. Insgesamt also knapp ein Drittel seines Ursprungsgewichts.
Die grosse Kunst des Brillantenschleifens ist, so viel wie möglich aus einem Rohstein zu gewinnen. Hier ist ein absolutes Spezialistenauge gefragt, denn der Schleifer weiss ganz genau, wo er bei einem Rohstein ansetzen muß, damit der exakt, wie gewollt bricht.